Es gibt Veranstaltungen, die beginnen mit einem Konzept. Mit einer Zielgruppe. Mit einem Ablaufplan. Mit der Frage: Was können wir anbieten? Dieser Abend begann mit einer anderen Frage: Wo bist du eigentlich geblieben?
Nicht dein Beruf. Nicht deine Rolle als Mutter, Vater, Partnerin, Kollege, Freundin oder als der Mensch, der im Alltag irgendwie alles zusammenhält. Du.
Wann hast du dich das letzte Mal wirklich gefragt: Wie geht es mir eigentlich mit meinem Leben?
Nicht im Vorbeigehen. Nicht mit einem schnellen „passt schon“. Sondern so, dass auch eine Antwort Platz hätte, die vielleicht etwas komplizierter ausfällt.
Am 9. Oktober möchten Delia Rost und ich im Seminarhaus Rinteln genau dafür einen Raum öffnen.
Einen Abend, an dem du für ein paar Stunden aus deinem Alltag heraustreten kannst. Nicht, um dein ganzes Leben neu zu sortieren. Sondern um es einmal mit etwas Abstand anzuschauen. Denn manchmal merken wir erst dann, wie laut unser Alltag eigentlich geworden ist. Und wie leise wir selbst darin.
Warum wir diesen Abend machen
Menschen können erstaunlich lange funktionieren. Sie gehen arbeiten. Organisieren Familie. Erledigen Termine. Antworten auf Nachrichten. Kümmern sich. Treffen Entscheidungen. Lösen Probleme. Der Kalender ist voll. Das Leben läuft. Und manchmal passiert dabei gar nichts Dramatisches. Vielleicht liegt genau darin die Schwierigkeit. Die Tage vergehen. Wochen. Monate. Vielleicht Jahre. Und irgendwann taucht diese leise Frage auf: Wann habe ich eigentlich aufgehört, mich selbst mitzunehmen?
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Eigentlich ist vieles in Ordnung. Und trotzdem fehlt etwas. Vielleicht kannst du gar nicht genau sagen, was. Vielleicht bist du müde. Vielleicht hast du eine Entscheidung vor dir. Vielleicht trägst du schon lange einen Gedanken mit dir herum, für den im Alltag einfach kein Platz ist. Oder vielleicht geht es dir sogar richtig gut – und du möchtest trotzdem einmal bewusst innehalten und schauen: Bin ich eigentlich noch da, wo ich sein möchte?
Genau dafür machen wir diesen Abend.
Aber was passiert da eigentlich?
Das ist vermutlich die wichtigste Frage. Denn „Impulsabend“ kann ziemlich vieles bedeuten. Und ich möchte, dass du ungefähr weißt, worauf du dich einlässt.
Der Abend beginnt bereits in dem Moment, in dem du den Alltag draußen lässt und im Seminarhaus ankommst. Wir arbeiten gerade an einem eigens dafür entwickelten Video, das zu Beginn laufen wird. Kein klassisches Veranstaltungsintro. Es soll eher eine Tür öffnen. Raus aus dem Tag. Raus aus dem Funktionieren. Rein in die Frage: Wo bin ich eigentlich geblieben?
Danach werden sich verschiedene Elemente abwechseln. Ich werde aus meinem Buch Das weisse Pferd in mir lesen. Nicht einfach, weil ich an diesem Abend ein Buch vorstellen möchte. Sondern weil darin genau jene Momente vorkommen, die viele Menschen kennen: wenn etwas nach außen funktioniert und sich innen trotzdem nicht mehr richtig anfühlt. Wenn etwas einmal gepasst hat und irgendwann nicht mehr trägt. Wenn man spürt, dass sich etwas verändern muss, aber noch überhaupt nicht weiß, wohin. Dazu kommen Impulse und Fragen. Keine Fragen, auf die du vor allen anderen eine Antwort geben musst. Sondern Fragen, die dir helfen können, dein eigenes Leben für einen Moment aus einer anderen Perspektive anzuschauen.
Vielleicht:
Was nimmt gerade so viel Raum in meinem Leben ein, dass für mich selbst kaum noch welcher übrig bleibt?
Was funktioniert eigentlich nur noch, weil ich funktioniere?
Was fehlt mir?
Was möchte ich behalten?
Was würde ich mir wünschen, wenn ich nicht sofort darüber nachdenken müsste, ob es vernünftig, machbar oder für andere verständlich ist?
Und Delia wird mit einem Klangimpuls etwas in diesen Abend hineinbringen, das sich mit Worten allein schwer herstellen lässt. Denn manchmal haben wir lange genug nachgedacht. Manchmal braucht es einen Moment, in dem nicht sofort der nächste Gedanke hinterherkommt. Einen Moment zum Spüren. Zum Stillwerden. Zum Nachklingenlassen.
Was hast du konkret davon?
Vielleicht gehst du nach diesem Abend nicht mit der einen riesigen Erkenntnis nach Hause. Vielleicht aber mit einer kleinen. Und vielleicht ist gerade die wichtiger.
Du könntest klarer erkennen, was dir eigentlich fehlt.
Vielleicht stellst du fest, dass du gar keinen radikalen Neustart brauchst. Vielleicht brauchst du eine Grenze. Ein Gespräch. Mehr Zeit für dich. Eine Entscheidung. Oder die Erlaubnis, etwas wieder ernst zu nehmen, das du schon lange mit dir herumträgst.
Vielleicht findest du endlich Worte für ein Gefühl, das bisher nur diffus da war: Eigentlich ist doch alles okay. Warum fühlt es sich trotzdem nicht ganz richtig an?
Vielleicht erkennst du auch etwas völlig anderes: Ich möchte gar nichts Großes verändern. Ich habe nur vergessen, mir selbst in meinem eigenen Leben wieder Platz zu geben.
Auch das wäre eine Erkenntnis.
Denn nicht jede Veränderung muss in einer Kündigung, Trennung, Weltreise oder kompletten Neuerfindung enden. Manchmal ist der nächste Schritt viel kleiner. Nur müssen wir ihn erst einmal sehen.
Abstand verändert den Blick
Im Alltag betrachten wir unser Leben meistens mitten aus diesem Leben heraus. Während das Telefon klingelt. Während jemand etwas braucht. Während noch drei Dinge erledigt werden müssen. Während wir schon beim nächsten Termin sind.
Das macht es schwer, sich selbst überhaupt wahrzunehmen. Ein Abend wie dieser kann Abstand schaffen. Du sitzt plötzlich in einem anderen Raum. Du hörst eine Geschichte. Eine Frage. Vielleicht einen Gedanken eines anderen Menschen. Vielleicht einen Satz aus einem Buch. Und auf einmal schaust du auf etwas, das dich seit Wochen oder Monaten beschäftigt, aus einer etwas anderen Richtung. Wir können nicht versprechen, welcher Gedanke an diesem Abend bei dir hängen bleibt. Aber wir können einen Raum schaffen, in dem solche Gedanken überhaupt entstehen dürfen.
Vielleicht findest du nicht die Antwort – sondern endlich die richtige Frage
Wir suchen häufig nach Antworten. Was soll ich tun? Soll ich bleiben?Soll ich gehen? Soll ich den Job wechseln? Soll ich etwas Neues beginnen? Sollte ich endlich mutiger sein? Aber manchmal kommen wir nicht weiter, weil wir die falsche Frage stellen. Vielleicht lautet sie gar nicht: Was soll ich tun?
Sondern: Was brauche ich eigentlich?
Oder: Was davon ist wirklich meins?
Oder: Was halte ich nur noch aufrecht, weil ich Angst vor Veränderung habe?
Oder vielleicht auch:Was ist in meinem Leben längst gut und bekommt von mir viel zu wenig Aufmerksamkeit?
Eine gute Frage löst nicht automatisch ein Problem. Aber sie kann verändern, wohin wir schauen. Und manchmal beginnt Klarheit genau dort.
Vielleicht brauchen wir nicht immer noch einen guten Rat
Wir leben in einer Zeit voller Antworten. Fünf Schritte zu mehr Selbstliebe. Sieben Gewohnheiten erfolgreicher Menschen. Zehn Dinge, die du ab morgen unbedingt anders machen solltest. Noch ein Podcast. Noch ein Reel. Noch eine Methode. Und manchmal fehlt ausgerechnet das Einfachste: Jemand hört wirklich zu.
Denn Zuhören ist etwas anderes, als still zu warten, bis man selbst wieder sprechen kann. Es bedeutet, nicht schon beim ersten Satz die Lösung vorzubereiten. Nicht sofort zu sagen: „Du musst einfach …“ „Ich würde an deiner Stelle …“ „Hast du schon einmal …?“
Manchmal brauchen wir keinen Rat. Manchmal brauchen wir ein: Erzähl weiter. Wie meinst du das? Was macht das mit dir? Was wünschst du dir eigentlich? Und dann jemanden, der bleibt.
Genau diese Haltung soll auch diesen Abend prägen. Niemand muss Persönliches erzählen. Aber wenn gesprochen wird, soll Raum sein. Ohne schnelle Bewertung. Ohne sofortige Reparatur. Denn wenn ein Mensch wirklich gehört wird, passiert manchmal etwas Bemerkenswertes: Er hört sich selbst plötzlich klarer.
Genau solche Räume möchte GO! öffnen
Vielleicht liegt darin der eigentliche Kern dieses Abends. GO! Bildungswerk soll für mich kein Ort sein, an dem Menschen beigebracht bekommen, noch besser zu funktionieren. Nicht höher. Nicht schneller. Nicht weiter. Nicht immer noch erfolgreicher.
Ich möchte Räume schaffen, in denen Menschen sich selbst wieder begegnen können.
Nicht in der optimierten Version. Nicht der vermeintlich besseren. Sondern zunächst einmal sich selbst.
Mit den Fragen. Mit den Widersprüchen. Mit dem, was gut ist. Mit dem, was weh tut. Mit Dingen, die vielleicht schon lange da sind und trotzdem keinen Platz bekommen haben.
Und vielleicht entsteht aus dieser Begegnung irgendwann Mut. Nicht der Mut, meinen Weg zu gehen. Nicht den Weg eines Coaches. Nicht den Weg, der nach außen besonders beeindruckend aussieht. Sondern der Mut, aus der eigenen Wahrheit heraus den eigenen Weg zu gestalten.
Und dieser Weg kann ganz unterschiedlich aussehen.
Vielleicht ist es eine berufliche Veränderung. Vielleicht eine Grenze. Ein Gespräch. Eine Pause. Ein Nein. Ein Ja. Oder nur der Gedanke: So möchte ich nicht mehr weitermachen.
Auch das kann ein Anfang sein.
Was hinter den Kulissen gerade passiert
Während ich diesen Artikel schreibe, existiert dieser Abend bereits überall ein bisschen – nur noch nicht vollständig im Raum. Auf meinem Rechner liegen Texte. Notizen. Ein Ablauf. Ein Videoskript. Ideen für Drehorte. Passagen aus Das weisse Pferd in mir. Fragen. Gedanken. Dinge, die wir bereits wieder verworfen haben. Und andere, bei denen wir inzwischen wissen: Das muss an diesem Abend unbedingt hinein.
Gemeinsam mit Delia überlegen wir nicht nur: Was machen wir? Sondern vor allem: Was soll dadurch möglich werden? Wann braucht es Worte? Wann eine Frage? Wann Klang? Wann vielleicht einfach einen Moment, in dem nichts gesagt werden muss?
Denn ich wünsche mir nicht, dass du nach Hause fährst und denkst: Das war ein netter Vortrag. Viel schöner wäre: Darüber habe ich noch nie so nachgedacht. Oder: Das wusste ich eigentlich schon lange. Ich habe es nur nicht mehr gehört. Oder: Ich glaube, ich weiß, was jetzt ein bisschen mehr Raum in meinem Leben bekommen darf.
Stell dir vor, du fährst an diesem Abend nach Hause
Stell dir vor, es ist später Abend am 9. Oktober. Du verlässt das Seminarhaus in Rinteln und steigst ins Auto. Hinter dir liegen ein paar Stunden, von denen du vorher nicht genau wusstest, was sie mit dir machen würden. Und du hast etwas erlebt, das so vorher noch niemand erlebt hat. Denn „Wo bist du eigentlich geblieben?“ feiert an diesem Abend in Rinteln Premiere.
Dieser Abend hat vorher nur auf Papier existiert. In unseren Köpfen. In Gesprächen. In einem Videoskript. In ausgewählten Buchseiten, Fragen, Klängen und vielen kleinen Ideen, die wir gerade Stück für Stück zusammensetzen. Und an diesem Abend wird daraus zum ersten Mal etwas Echtes. Mit den Menschen, die dort sind. Mit dir.
Vielleicht hältst du auf dem Heimweg eine liebevoll gestaltete Karte in den Händen. Vielleicht steht darauf ein Satz, der dich an diesem Abend gefunden hat. Vielleicht hast du einen Menschen kennengelernt, mit dem du sonst niemals ins Gespräch gekommen wärst. Vielleicht gab es diesen einen Moment, in dem jemand etwas gesagt hat und du dachtest: Genau das. Ich konnte es selbst nur nie so ausdrücken.
Vielleicht hast du eine Erkenntnis über dich gewonnen. Keine, die morgen dein ganzes Leben auf den Kopf stellen muss. Vielleicht nur eine kleine. Aber eine, die bleibt.
Vielleicht weißt du plötzlich, wofür du wieder mehr Raum möchtest. Was dir fehlt. Was du nicht mehr so weitermachen möchtest. Oder was in deinem Leben längst gut ist und von dir viel zu selten wahrgenommen wird.
Und vielleicht passiert auch gar nichts Spektakuläres. Vielleicht sitzt du einfach im Auto und merkst: Mir geht es gerade richtig gut.
Vielleicht ist es schon lange her, dass du ein paar Stunden erlebt hast, in denen es wirklich einmal um dich ging. Nicht darum, was noch erledigt werden muss. Nicht darum, wer etwas von dir braucht. Nicht darum, welche Rolle du gerade erfüllen sollst. Sondern um dich.
Vielleicht fühlst du dich auf diesem Heimweg ein kleines bisschen ruhiger. Klarer. Leichter. Oder so sehr mit dir selbst verbunden wie schon lange nicht mehr.
Und vielleicht nimmst du genau das mit nach Hause: Keine fertige Antwort. Keinen neuen Lebensplan. Sondern dich selbst ein Stück deutlicher als vorher.
Wenn uns das am 9. Oktober gelingt, dann war dieser Abend genau das, was wir uns für ihn wünschen.
Warum du dabei sein solltest
„Unbedingt“ ist ein großes Wort. Deshalb formuliere ich es lieber so: Wenn du dein Leben eigentlich magst und trotzdem das Gefühl hast, selbst darin manchmal zu kurz zu kommen – komm.
Wenn vieles funktioniert, aber du dich fragst, ob Funktionieren wirklich dasselbe ist wie Leben – komm.
Wenn du gerade an einer Kreuzung stehst und noch nicht weißt, wohin – komm.
Wenn du überhaupt nichts Großes verändern möchtest, aber dir ein paar Stunden nur für dich wünschst – komm.Wenn du schon lange einen Gedanken mit dir herumträgst, für den im Alltag nie richtig Platz ist – komm.
Wenn du neugierig bist, was passiert, wenn du für einen Abend einmal nicht auf die nächste Aufgabe, sondern auf dich selbst schaust – komm.
Und wenn du gerade überhaupt nicht benennen kannst, was eigentlich los ist, sondern nur dieses diffuse Gefühl kennst: Irgendetwas fehlt. Dann darfst du genau damit kommen.
Du musst an diesem Abend nicht herausfinden, wie der Rest deines Lebens aussehen soll. Aber vielleicht fährst du danach nach Hause und weißt ein kleines bisschen besser, wo du selbst darin gerade stehst. Und das ist für mich kein kleiner Nutzen.
Vielleicht wartet dort gar kein neuer Mensch auf dich
Unser Abend heißt: „Wo bist du eigentlich geblieben?“
Aber vielleicht bist du gar nicht verschwunden. Vielleicht musst du dich nicht neu erfinden. Vielleicht wartet am Ende dieses Abends auch keine neue Version von dir. Vielleicht bist du längst da. Unter den Rollen. Unter den Terminen. Unter der Verantwortung. Unter den Erwartungen. Unter all dem, was jeden Tag nach dir ruft.
Vielleicht braucht es nur einen Moment, in dem es still genug wird, dich wieder wahrzunehmen.
Dafür machen wir diesen Abend.
Nicht damit du danach ein anderer Mensch bist. Sondern vielleicht, damit du wieder ein bisschen näher bei dem Menschen bist, der du längst bist.
9. Oktober 2026 · 18 Uhr · Seminarhaus Rinteln
„Wo bist du eigentlich geblieben?“
Ein Abend für Kopf, Herz und Seele – mit Impulsen, Lesung aus Das weisse Pferd in mir und Klang mit Delia Rost.
Eintritt: 15 Euro
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